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| DOUG
AITKEN |
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NEW
OCEAN (a shifting exhibition)
07 I 12 I 02 - 26
I 01 I 03 |
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EG
"You exist, you think" 2002 Copyright:
Kunsthaus Bregenz,
Soundinstallation mit Parabollautsprechern
Foto: Markus Tretter |
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Doug
Aitken (*1968 in Redondo Beach, Kalifornien) gehört heute
zu den renommiertesten Künstlern der internationalen zeitgenössischen
Kunst. Mit der Präsentation seiner preisgekrönten Videoinstallation
»Electric Earth« erregte er 1999 bei der 48. Biennale
von Venedig großes Aufsehen und wurde einer breiteren Öffentlichkeit
bekannt.
Seine sich zwischen Popkultur und Medienkunst bewegenden Werke sind
von audiovisueller Intensität und suggestiver Kraft und kreisen
in komplexen Bildern und Assoziationen immer wieder um philosophische
Fragen zu Natur und Zivilisation sowie zum Menschen und dessen Verhältnis
zu Raum und Zeit.
Die Choreographie seiner audiovisuellen Räume beeindruckt durch
die virtuose Montage aus unterschiedlich schnellen Schnitten, gezoomten
Perspektiven, Überblendungen, wechselnd scharfen und unscharfen
Einstellungen und durch die rhythmische Gliederung anhand eines exakt
auf die Bildsprache abgestimmten Soundtracks. In seinen vielschichtigen
Installationen kombiniert und variiert Aitken meisterhaft Film, Video,
Fotografie, Architektur und Ton.
Wie Douglas Gordon gehört Aitken zu einer Generation von Künstlern,
die die Inszenierung des Mediums Video nachhaltig bereichert haben.
Durch die Positionierung mehrerer Projektionsflächen im Raum
löst Aitken lineare Erzählmuster auf. Der Betrachter sieht
sich nicht nur mit einer Erzählung konfrontiert, deren Verlauf
es zu ergründen gilt, sondern zugleich mit ihrer räumlichen
Struktur. Die komplexe Werkinstallation im Kunsthaus Bregenz bildet
einen entscheidenden neuen Schritt hinsichtlich der Überlagerung
und Durchdringung akustischer, visueller und räumlicher Systeme.
Thema der Arbeiten Aitkens sind immer wieder geisterhaft entleerte
Landschaften, urbane Wüsten und die Einsamkeit des Menschen in
der Großstadt, dessen Kommunikation und Interaktion nachhaltig
von der Trostlosigkeit unwirtlicher Orte und der Informationsflut
bestimmt werden. Was Aitken an den entlegenen, verwaisten Stätten
vorfindet, sind die Relikte menschlicher Zivilisation. Verrottete
Förderanlagen einer verseuchten Diamantenmine bei »Diamond
Sea« (1997), urbane Wastelands
bei »Electric Earth« (1999), die von Vulkanasche verschütteten
Gebäude in »Eraser« (1998). Übrig bleibt eine
alles umfassende Melancholie verlorener Orte, die zu Metaphern der
Vergänglichkeit werden. |
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1.
OG
"Interiors", 2002
Farbfilm auf Video übertragen, Dreikanalvideoinstallation,Ton
Created in collaboration with the Fabric
Workshop and Museum, Philadelphia |
Copyright:
Kunsthaus Bregenz,
Foto: Markus Tretter |
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NEW
OCEAN (a shifting exhibition)
»New Ocean«, von Doug Aitken als raumübergreifendes
Werk konzipiert, thematisiert in mehreren Videoinstallationen die
Spannung zwischen urbaner Anhäufung und Leere, zwischen Mensch
und Natur, Emotionalität und Distanz.
Die Werkfolge, von der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin,
produziert und in Zusammenarbeit mit der Londoner Serpentine Gallery
präsentiert, wird in Bregenz in einer von Aitken speziell für
das Kunsthaus konzipierten Form gezeigt, die den Kontext und die
architektonischen Gegebenheiten des Hauses einbezieht. Hierfür
verwendet er aus »New Ocean« die beiden zentralen Werke
»New Ocean Cycle« (2001) und »Thaw« (2001)
und ergänzt sie durch zwei neue Werkgruppen, die erstmals in
Europa zu sehen sind.
Aitken inszeniert im Kunsthaus sein Werk in einer fließenden
Bewegung über vier Ebenen, die durch visuelle, akustische und
räumliche Beziehungen miteinander verbunden werden. Vergleichbar
der Dramaturgie eines Bühnenstücks, wird durch aufeinander
folgende Szenen, die der Besucher durchwandert, das Erlebnis von
Raum und Zeit erfahrbar. Die einzelnen Arbeiten zielen nicht auf
das bloße Betrachten der von ihm geschaffenen Szenarien ab,
sondern bilden eine in sich geschlossene Gesamtinstallation. Geräusche,
widerspiegelnde Lichteffekte und aufeinander abgestimmte Bewegungen
der Projektionen verbinden die Werkgruppen zu einem eindrucksvollen
Environment. »Nichtlineare Zeit und Wahrnehmung« von
ihrer Struktur her erkunden die Arbeiten in der Ausstellung die
Möglichkeiten, Zeit und Information auf nichtlineare Art zu
betrachten. Sie versuchen, das Konzept der linearen Zeit aufzubrechen
und dem Betrachter neue Wege zu eröffnen, wie man mit Erfahrung
umgehen, sie aufzeichnen und kommunizieren kann.«
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2.
OG
"Thaw", 2001
Videoinstallation, Dreikanalvideoprojektion |
Copyright:
Kunsthaus Bregenz,
Foto1: Markus Tretter
Foto2: Rudolf Sagmeister |
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»New
Ocean« stellt einen Zyklus modularer Arbeiten vor. Jedes Werk
und jede Ebene bestehen für sich, sind jedoch gleichzeitig Teil
einer größeren Einheit. Den Auftakt der Ausstellung im
Erdgeschoss bildet die Soundinstallation »You exist, you think«
(2002), in der Aitken völlig auf Videoprojektionen verzichtet.
Die Arbeit ist eine raumübergreifende Weiterentwicklung von »Hysteria
(Breath)« (1998), bekannt von der Ausstellung »Metallic
Sleep« im Kunstmuseum Wolfsburg. Runde Holzplattformen laden
zur Kontemplation ein. Darüber hängen spezielle Lautsprecher.
Nur in ihrem Schallkegel verweilend hört man in Tempo und Intensität
unterschiedlich sich steigernde Geräusche tiefer Atemzüge,
die derart verschiedene Gefühls- und Erregungszustände suggerieren.
In der Phantasie des Besuchers entsteht durch das hörbar anschwellende
Atmen ein imaginäres Bild unzähliger Menschen.
Daran anschließend folgt auf der ersten Etage die kürzlich
fertig gestellte Arbeit »Interiors« (2002), die erstmals
in Europa zu sehen ist. In einer kreuzförmigen Raumarchitektur
mit einer transparenten Bespannung und transluzenten Leinwänden
ergeben sich beim Umschreiten stets neue Bildkombinationen. »Interiors«
schildert die scheinbar unvereinbaren Geschichten verschiedener Personen,
die sich in lichtdurchfluteten Innenräumen und urbanen Landschaften
bewegen. In immer neuen Erzählungen spürt Aitken hier der
Einsamkeit des Großstadtmenschen nach und thematisiert ergänzend
zu der eher abstrakteren Bildwelt von »New Ocean Cycle«
und »Thaw« die menschliche Existenz.
Die Videoinstallation »Thaw« (Auftauen) befindet sich
auf der zweiten Etage. Mit der Konzentration auf das urzeitliche Element
Wasser liefert »Thaw« den Einstieg und zugleich die Überleitung
in die naturnahe Bildwelt. Die zu einem Sechseck angeordneten Projektionstafeln
zeigen eine Serie makro- und mikroskopischer Aufnahmen abschmelzender
Gletscher in Alaska. Aitken führt uns eine apokalyptische Szenerie
vor Augen, in der schmelzende Eisflächen und dunkelblaue Wasserbecken
mit Ansichten der sengenden Sonne wechseln.
Das zentrale Werk »New Ocean Cycle« im oberen Stockwerk
bildet eine Totalität aus Architektur, Bildern, Geräuschen
und Musik. Begleitet von einer authentischen Geräuschkulisse
betritt der Betrachter eine monumentale Rundprojektion. Umgeben von
Bildern sanft rauschender Meere und riesiger ins Tal stürzender
Wasserfälle sieht man sich mit der Urgewalt und Schönheit
der Natur konfrontiert. Aitken »filmt ihre Weite und die sich
wandelnden Lichtverhältnisse mit derselben Intensität wie
James Turrell. Er verbringt Zeit in dieser Landschaft, analysiert
sie und bewegt sich darin wie Robert Smithson.« 2) Seine Arbeiten
thematisieren das Verbindende zwischen Mensch und Natur, urbaner Zivilisation,
der Industriegesellschaft und ihren Spuren.
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3.
OG
Doug Aitken New Ocean (cycle), 2001
Videoinstallation (Installationsansicht new ocean,
Serpentine Gallery, London 2001) Dimensionen variabel |
Copyright:
Kunsthaus Bregenz,
Foto: Rudolf Sagmeister |
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Zur Ausstellung
»New Ocean (a shifting exhibition)« erscheint ein Künstlerbuch
mit Statements von Doug Aitken. 120 Seiten, ca. 120 Farbbildungen,
broschiert, 22 x 26 cm, € 38,- . |
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Doug Aitken "Interiors", 2002 Produktionsstill
Created in collaboration with the Fabric Workshop and Museum, Philadelphia
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Haussponsor des Kunsthaus Bregenz
Sponsor der KUB Arena

Sponsor der KUB Arena |
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