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| KONSTRUKTIVE
PROVOKATION Neues
Bauen in Vorarlberg |
05
I 02 I 04 - 28
I 03 I 05 |
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Betriebsgebäude Walch’s Event
Catering, Lustenau,
Dietrich | Untertrifaller
Architekten | 2000,
Fassadengestaltung: Peter Kogler
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Probelokal Batschuns, Zwischenwasser
Marte.Marte Architekten | 2002
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Einfahrt Sattelschlepper
Montag, 31.01. 2005 |
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Verwaltungsgebäude
Saeco
Lustenau,
Baumschlager-
Eberle|1995–1998
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Die
Konstruktive Provokation ist eine Ausstellung zur Vorarlberger Baukultur.
Sie feiert in der KUB-Arena ihre Premiere als deutschsprachige Version.
Die KUB-Arena des Kunsthaus Bregenz stellt eine Kunst- und Vermittlungsplattform
dar, die im Jahr 2003 erfolgreich eingeführt wurde. Realisiert
wird sie gemeinsam mit den Kooperationspartnern Montfort Werbung und
DMG. Ihr Ort ist die Eingangshalle des Kunsthauses zwischen dem Öffentlichen
der Stadt und der Geschlossenheit der Ausstellungsräume. Die
KUB-Arena definiert sich als Raum für den Dialog, als Basis für
die Auseinandersetzung, an der die Vermittlungsarbeit stattfindet
sowie formal und inhaltlich sichtbar wird. Um das bestehende Ausstellungssystem
von Kuben, die grafisch von Reinhard Gassner gestaltet wurden, tatsächlich
im Sinne einer Arena wirksam werden zu lassen, wurden drei Vorarlberger
Architekturbüros zu einem kleinen Ideenwettbewerb eingeladen:
cukrowicz.nachbaur, Philip Lutz und Marte.Marte Architekten. Gefordert
war die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Ausstellung, der Realität
des Kunsthauses sowie ein Nachdenken über die inhaltliche Art
des Diskurses. Die architektonische Lösung des Siegerprojekts
von Marte.Marte Architekten erweitert die Ausstellungskonzeption um
zwei markante Aspekte: Ein originaler Sattelschlepper steht als Symbol
des Aufbruchs und schafft zugleich Platz für Neues; eine Lichtdecke
definiert einen variablen Ort für das umfangreiche Vermittlungsangebot.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung wurde entwickelt in Kooperation
des Kunsthauses mit dem Vorarlberger Architekturinstitut und Robert
Fabach (Architekt und Architekturjournalist). Zur Laufzeit der Ausstellung
werden mit einer Gesprächsreihe jeweils Dienstag abends ausstellungsspezifische
Fragestellungen zur Vorarlberger Baukultur in einen breiteren kulturellen
Kontext eingebettet und diskutiert. Die einzelnen Beiträge begleiten
als Tonspur die Ausstellung an ihren weiteren Stationen. Ergänzend
zu den Vermittlungsveranstaltungen in der KUB-Arena werden zwei Exkursionen
angeboten, bei denen jeweils aus unterschiedlicher Perspektive die
ausgewählten Architekturen im Original erläutert werden. |
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Bahnhofsareal Schruns
Hans Hohenfellner | 2000
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Gewerbepark »Wälderhaus«
Bezau, HermannKaufmann |
1997–2002
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Feuerwehrhaus Dornbirn,
Wolfgang Ritsch1991–1996
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Die
Ausstellung
Vorarlberg gilt als eine der profiliertesten Regionen zeitgenössischer
Architektur in Europa. Zwar sind die Herausforderungen hier nicht
anders als in den Nachbarländern (Zersiedelung der Landschaft,
Umbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft, zunehmende Desintegration
sozialer und kultureller Strukturen), doch ist es in Vorarlberg in
den vergangenen Jahrzehnten gelungen, dass die Architekturpolitik
nicht durch kurzfristige Interessen der Ökonomie entmündigt
und entwertet wurde. Als Folge davon bestimmt heute das Leitbild einer
nachhaltigen, technologisch, ökologisch und gestalterisch innovativen
Architektur zwischen Bodensee und Arlberg die bauliche Praxis. In
den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Entwicklung in einem
überschaubaren Netzwerk von Intellektuellen, die Alternativen
zur regionalen Lebensweise formulierten und vorlebten. Ihre konzeptionell
radikalen Holzbauten ver folgten das Prinzip der intensiven Partizipation
der Auftraggeber im Prozess von Planung und Ausführung. Gemeinsam
mit mutigen Bauherren und begabten Handwerkern bemühten sich
die Vorarlberger Baukünstler um die Erneuerung einer Baukultur
des Alltags. Dieser Ansatz erreichte trotz vieler lokaler Widerstände
bald größereAkzeptanz in der Region. Die nächste Generation
der aus dieser
Bewegung stammenden regionalen Architekten wurde als »Vorarlberger<
Baukünstler« international bekannt. Ende der 80er-Jahre
wurden einige Architekturwettbewerbe – meist größere
Bauaufgaben der öffentlichen Hand – von diesen jungen Architekten
gewonnen. Durch den Wendepunkt von einer Alternativ-Bau-Szene zu einer
modernen Leitkultur gelang den Baukünstlern der Schritt aus dem
Haus- und Siedlungsgenre hinaus. Zugleich war dies der Beginn einer
wachsenden und sich dynamisch entwickelnden Architekturszene, die
qualitätsvolle Gebäude mit zunehmender lokaler Dichte hervorbringt.
Die Ausstellung Konstruktive Provokation macht die vor Ort erlebbare
Dichte zeitgenössischer Architektur im Rahmen einer Ausstellung
sichtbar. Gleichzeitig geht sie der häufig gestellten Frage nach
den Ursachen der Entwicklung auf den Grund. Sie zeigt Architektur
als Bestandteil einer lebendigen Baukultur in ihren technischen, gestalterischen,
gesellschaftlichen, ökologischen und handwerklichen Aspekten.
Statt Arbeiten einzelner Architekten hervorzuheben und mit Modellen
und Plänen bestimmte Gebäude zu erläutern, erzählt
die Ausstellung von den Wurzeln und dem Wachsen einer breiten Bewegung,
die eine Architektur mit Mehrwert an Lebensqualität für
den Einzelnen und die Gesellschaft ermöglicht. Die entscheidenden
Potenziale dieser Architektur liegen im Zusammenspiel der Lebensräume
von Natur, Arbeit,Wohnen und Öffentlichkeit. Chancen für
neue kulturelle Entwicklungen zeigt das beispielhafte Miteinander
unterschiedlicher Personengruppen, Institutionen und Interessensvertretern. |
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Kunsthaus Bregenz
Peter Zumthor
1991–1997
Motorschiff »Vorarlberg«
Renovierung,
Christian Lenz | 2000
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| Revitalisierung
eines »Bregenzerwälderhauses« aus
dem 18. Jh.
Schoppernau,
Walter Felder |2002
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Themenportale
der Konstruktiven Provokation
Die Ausstellung besteht aus einer Serie thematischer Einstiegsportale.
Diese tragen der Vielschichtigkeit der Entwicklung Rechnung und lassen
ihre Wirkung nachvollziehbar werden. Die Präsentationsmodule
sind vordergründig einfach, doch entfaltet sich bei genauerer
Auseinandersetzung eine hohe Komplexität von Inhalt, Funktionalität
und Ausführung. Verschiedene Leseebenen erlauben es dem Besucher,
von einer allgemeinen Erfassung des Themas zum aufmerksamen Studium
überzugehen. Die erste Leseebene bilden großformatige Fotografien
von Ignacio Martínez auf den Fronten der Kuben; kurze Texte
ergänzen und erläutern die spezifische Thematik. Eine zweite
Ebene bilden ausziehbare Schau-Laden und Wandelemente, die weitere
Details und Architekturen zur jeweiligen Thematik zeigen.
Folgende Themenportale führen durch die Topografie der Vorarlberger
Gesellschaft, durch ein Netzwerk von Akteuren und Ereignissen: Die
Radikalität der Grundsteine beschreibt die in den 60er-Jahren
entstehenden Pionierprojekte. Abseits der Hochschulen beschäftigte
sich hier eine kleine Personengruppe aus engagierten Bauherren, Architekten
und Künstlern mit Innovation. Die erste und zweite Generation
der Vorarlberger Bauschule stand in Opposition zum Traditionalismus
und formalistischen Regionalismus der Nachkriegszeit. Die Konzepte
der Maximierung minimaler Ressourcen reagierten auf die wirtschaftliche
Situation. Die einfache, konstruktive Modernität schuf mit ihrer
Intelligenz der Kargheit Räume der funktionellen und
geistigen Fülle. Gegen 1980 folgt eine Generation von Architekten,
deren Zielvorstellungen in der Sozialentwicklung liegen. Unter dem
Motto Gemeinsam Planen – Gemeinsam Bauen verdeutlicht
sich dieser sehr wirtschaftliche Ansatz einer ökologisch funktionalen
Baukultur, die ein hoher Anteil an kostensparendem Selbstbau und die
Selbstverwaltung gemeinsamer Räume kennzeichnet. Nach dem Schulbauboom
der 50er-Jahre begann Ende der 80er-Jahre eine nächste Welle
von Neu- und Erweiterungsplanungen in Kindergärten und Schulen.
Für diese primären Erlebnisbereiche – die in der Ausstellung
thematisch als Spielorte, Lernräume zusammengefasst
sind – entstanden in Vorarlberg seither vier Dutzend einschlägige
Neubauten. Das Bild der Erlebniswelt Natur und der
historischen Orte ist ein Grundkapital des Tourismus. Fern von Alpin-Kitsch
oder Designer-Koketterie zeigen Beispiele vom Bregenzerwald und Arlberg
ein neues Naturbewusstsein und Alternativen zum stereotypen Massentourismus.
Für die Modernität der Ökologie schufen
die Initiativen der Baukünstler die Vorbilder. Ab 1990 machte
das Energieinstitut Vorarlberg das umweltschonende Bauen zur landespolitischen
Chefsache.
Im Zeitalter der Globalisierung zeigte sich in Vorarlberg von Seiten
der Gemeinden und Unternehmer eine Kultur der Kooperation.
Die längst geschlossenen Textilwerke inmitten ländlich geprägter
Dorfstrukturen wurden zu Zentren mit neuen kulturellen, sozialen und
gewerblichen Nutzungen. Innerstädtische Brachen verwandelten
sich zu postindustriellen Ensembles. Das Thema Neues Handwerk,
Neue Industrie trägt der Entwicklung Rechnung, dass
zahlreiche holzverarbeitende Betriebe zuletzt in Vorarlberg neue Werkstätten
errichteten: lichte Produktionshallen mit großzügigen Büros
und Sozialräumen, mit experimentellen Konstruktionen in hervorragenden
Energie- und Ökologiewerten. Lustenaus Millenniumspark ist ein
Beispiel für die Textur der Peripherie. Dieser
Hightech-Campus am Ortsrand ist eine Schnittstelle von Siedlungs-Agglomeration
und Naturraum. Er ist eingegebettet in attraktive Grünzonen,
hat Anschluss an das länderverbindendeVerkehrsnetz undwurde vonGemeinde
und Unternehmen als Ganzheit konzipiert. Von entscheidender Bedeutung
für die Qualität des Lebensraumes ist die
Ausarbeitung eines ausgeklügelten öffentlichen Verkehrsnetzes.
Dem Ende der 80er-Jahre initiierten Dornbirner Stadtbus folgten andere
Städte und zuletzt mit dem Landbus ein kompletter Linienverbund.
Noch vor drei Jahrzehnten wurden alte Holzbauten – etwa Überbleibsel
traditioneller Viehwirtschaft – bedenkenlos abgerissen. Mehr
denn je bietet heute die Revitalisierung der Ressourcen
jungen Architekten eine Herausforderung. Zudem trägt sie dazu
bei, traditionelles handwerkliches Können mit neuen Technologien
zu ergänzen und weiterzubilden. Aufgrund der Entwicklung, in
alten Ortszentren neue öffentliche, kulturelle und soziale Nutzungen
zu integrieren, entstand eine primäre Urbanität.
Pfarrheime und Gemeindesäle in Orten wie Klaus, Mäder oder
Schlins machten Ende der 80er-Jahre den Anfang und in den 90er-Jahren
wurde die funktionelle und bauliche Akzentuierung der Stärkung
der Siedlungskerne zum landesweiten Trend. Am Bregenzer Pfänderhang
sind seit den frühern 90er- Jahren die neuen Symbole einer Baukultur
als Bürgerstolz zu finden. Inmitten von noch intakten
Bauernhöfen entsteht eine Perlenkette von Traumhäusern mit
Seeblick. |
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Reihenhausanlage
Falkenweg
Dornbirn, Johannes
Kaufmann | 2002 |
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Reihenhausanlage
»Ruhwiesen«, Schlins,
Rudolf Wäger
1971–1973
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Reihenhäuser
Langener Straße
Kennelbach,
Hans Purin | 1974
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