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| SANTIAGO
SIERRA |
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300
Tonnen I 300 tons 03
I 04 I 04 - 23 I 05 I
2004 |
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Santiago Sierra
"300 Tonnen, 300 tons", 2004
Kunsthaus Bregenz |
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"Im
Herzen bin ich ein Minimalist mit einem Schuldkomplex."
Der 1966 in Spanien geborene und seit 1995 in Mexiko City lebende
Santiago Sierra gehört zu den am meisten diskutierten
Künstlern der jüngeren Generation. Spätestens seit
der 50. Biennale in Venedig 2003, als er den Haupteingang des spanischen
Pavillons zumauern ließ, wurde er schlagartig auch einem breiteren
Publikum bekannt. Den entrüsteten Besuchern gewährte Sierra
über einen schmutzigen Hintereingang, der von spanischen Polizeibeamten
kontrolliert wurde, nur gegen Vorlage eines gültigen spanischen
Reisepasses Zutritt. Die wenigen Besucher, die tatsächlich einen
spanischen Pass vorweisen konnten, bekamen lediglich leere Räume
zu sehen. |
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Eine
250 cm lange, sechs
Personen gegen Bezahlung
eintätowierte Linie, 1999
Espacio Aglutinador, Havanna,
Dezember 1999
Courtesy Galerie Peter Kilchmann,
Zürich |
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Abgedecktes
Wort, 2003
Spanischer Pavillon,
Biennale Venedig 2003
Courtesy Galerie Peter Kilchmann,
Zürichter Kilchmann, Zürich |
Bau
von zwölf 75x75x800 cm
großen Formen und Installation in zwei Räumen, 2002
Galerie Carlier | Gebauer, Berlin,
März 2002
Courtesy Galerie Peter Kilchmann, Zürich |
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"300 Tonnen, 300 tons", 2004
Kunsthaus Bregenz |
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Es
sind diese sozial- und kunstkritischen Aktionen und Interaktionen,
die das an ästhetischen Augenschein gewöhnte Publikum stark
emotionalisieren. So unter anderem im P.S.1 in New York (2000), wo
Sierra ähnlich dem Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA mitten
im White Cube der Galerie eine raumhohe Mauer errichten ließ.
Dahinter lebte - verborgen vor den Blicken der Besucher - einige Wochen
lang ein gering bezahlter Freiwilliger, nur mit Essen und Trinken
versorgt, das ihm wie in einem Gefängnis durch eine schmale Öffnung
zugeschoben wurde. Oder wie bei einer Aktion in Havanna 1999, als
Sierra sechs bezahlten jungen Männern eine Linie von genau 250
cm auf den Rücken tätowieren ließ.
Sierras konzeptuell präzise Eingriffe in das Kunstsystem sind
immer eine schockierende Mischung aus erprobten und bekannten minimalistischen
Formen und Regeln sowie physisch und psychisch berührenden sozial-
und gesellschafts-kritischen, aber auch kunstkritischen Botschaften.
Der Künstler selbst bezeichnet sich als einen Bewunderer der
minimalistischen Objekte von Donald Judd, Sol LeWitt und Robert Morris.
Ihr ästhetisches Regelwerk sind die Wurzeln seines Werks. Aber
anders als die Heroen des Minimalismus der 60er und 70er Jahre lädt
Santiago Sierra seine Werke mit persönlich direkt erfahrbarer
emotionaler Gewalt, politischer und individueller Realität auf.
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Für das Kunsthaus Bregenz wird er ein Konzept realisieren, bei
dem die Belastbarkeit der Konstruktion des Kunsthauses zum emotionalen
Prüfstein für das Publikum wird. Er reagiert damit auf die
minimalistische, kubische Reduktion der Material- und Formensprache
der Architektur. Gewichte von fast 300 Tonnen werden das Kunsthaus
bis an die Grenze seiner statischen Möglichkeiten belasten, sodass
immer nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern zugelassen werden kann.
Santiago Sierra knüpft damit an seine frühen minimalistischen
Arbeiten an und erweitert seine künstlerischen Strategien zum
ersten Mal auf die gesamte Architektur eines Hauses. |
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Beleuchtetes
Gebäude, 2003
Arcos de Belén 2, Mexiko-Stadt,
August 2003
Courtesy Galerie Peter Kilchmann, Zürich |
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Haussponsor des Kunsthaus Bregenz
Sponsor der KUB Arena

Sponsor der KUB Arena |
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