Vito
Acconci, geboren 1940 in der New Yorker Bronx, begann seine künstlerische
Laufbahn als Literat. Seine ersten Filme, Videos und Performances
im Kunstkontext entstanden um 1970 und konzentrieren sich auf Thematisierungen
des Aktes der Kunstproduktion sowie auf Selbstanalyse. Im Mittelpunkt
stand der Künstler selbst, sein Körper als Bild, Medium
und Zielscheibe in Relation zum Betrachter.
Mit "Fall" 1969 beispielsweise, dokumentierte Acconci
im Fallen seinen eigenen Sturz nach vorne auf den Boden; im Rahmen
von "Seedbed" onanierte er 1972 öffentlich in der
New Yorker Sonnabend Gallery und sprach dabei über seine sexuelle
Inspiration durch das anwesende Publikum. Ab Mitte der siebziger
Jahre verschieben sich Acconcis Analysen in Richtung Publikum und
dessen räumliches Umfeld. Es entstehen benutzbare Skulpturen,
Installationen und architektonische Strukturen für Ausstellungen
und öffentliche Räume, die unter dem Generaltitel "Public
Space for a Private Time" verstärkt den Gegensatz von
öffentlichem und privatem Raum thematisieren.
Neben zahlreichen Ausstellungen u.a. "The city inside us",
Museum für angewandte Kunst, Wien 1993 galt Vito Acconcis Hauptinteresse
in den letzten Jahren architektonischen Projekten im öffentlichen
Raum, u.a. "Making Public" Storefront, New York 1993.
Für die Documenta 9 in Kassel gestaltete er den Innenraum der
"Documenta-Halle", indem er dort für die Einrichtung
einer Buchhandlung sorgte. |