Akkerman, Philip
 

Eine Ausnahmestellung nimmt der niederländische Maler Philip Akkerman, geboren 1957 in Den Haag, Niederlande ein. Konseqent verfolgt er mit traditionellen malerischen Mitteln die Darstellung eines einzigen Themas: seine eigene Person.

1981 traf Akkerman bewußt die Entscheidung das zu malen, was ihm am nächsten ist: seinen eigenen Körper, seinen eigenen Kopf, aus Unzufriedenheit mit dem zeitgenössischen Kunstgeschehen. "Ich war gelangweilt", sagt er. Zu dieser Zeit studiert Akkerman am Atelier 63 in Haarlem, zuvor hatte er von 1976 bis 1978 an der Königlichen Akademie für Bildenden Künste in Den Haag studiert. Er wendet sich gegen eine avantgardistische Kunst der Kunstkritiker und Kunsthistoriker, gegen Dogmen des Modernismus. Dieser Rückzug auf die traditionelle Malerei und das Selbstportrait hat einen konzeptuellen Ursprung. Akkerman bezieht sich auf On Kawara, der mit seinen "IDay Paintings" einen mit Akkerman verwandten Ansatz verfolgte: Bilder als Notizen des eigenen Ich.

Mit pluralen malerischen Stilmitteln verwirft Akkerman alle dogmatischen Doktrinen, die Malerei steht in keiner ästhetischen Konstante mehr, sondern zeigt die zeitlich-kulturelle Bedingtheit. In der Konzentration auf das Selbstportrait verwendet Akkerman auch die Maltechnik der altmeisterlichen Tradition. Fast obsessionell verfolgt er die Variation der eigenen Mimik, der eigenen Physiognomie. Das Werk stellt keine Chronik dar, Alter und äußere Merkmale sind ihm nicht wichtig, sondern allein der repetitive Umgang mit der eigenen Person. Ähnlich wie Cindy Sherman steht die unendliche Verwandlung der eigenen Identität im Mittelpunkt, ohne aber in narzisstischer Manier nach Innen zu blicken. Akkerman übermalt üblicherweise ein Portrait mit einem anderen, um die Maskierung des Ich zu betonen, die nicht sichtbar und dennoch vorhanden ist. Sein Blick verrät, daß es sich nicht um eine Entdeckung oder Untersuchung des Selbst geht. Seine Absicht ist es nicht, eine Tiefe auszuloten, sondern er macht Notizen, Ähnlich Tagebucheintragungen.

Das Selbst bleibt fragmentarisch, eine Artikulation des kann nur über die Parameter der bestehenden Gesellschaft, Kunst und Kultur geschehen. Seine erste Einzelausstellung hatte Akkerman
1982 in Nijmegen, in den Niederlanden.
1992 fand im Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam, eine große überblicksausstellung statt.
1993 und 1996 gab es u.a. Einzelausstellungen Akkermans in den Baumgartner Galleries, Washington D.C. Philip Akkerman lebt zur Zeit in Den Haag.

 
 
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