John
Baldessari, geboren 1931 in National City, Kalifornien, lebt seit
1970 in Santa Monica, Kalifornien. Nach einem anfänglichen
Studium der Kunstgeschichte und dann der Malerei benutzt Baldessari
Vorlagen aus der Fotografie und den Massenmedien für seine
Gemälde.
Ab Mitte der sechziger Jahre entstehen "Relational Paintings"
(Baldessari), Arbeiten, die in einer Art Tautologie ihre Selbstreflexion
und ihre Standortbestimmung im Kanon der Kunst zum Thema haben.
Die Text- oder Text-Foto-Bilder präsentieren Zitate von Kunstkritikern,
Regeln aus Kunst- oder Fotolehrbüchern oder Anweisungen zur
Bildbetrachtung ("The Spectator Is Compelled..." 1967-68).
Das berühmte Bild "A Painting That Is Its Own Representation"
(1968) listet alle seine Ausstellungsorte bis zum jeweils aktuellen
auf, andere Bilder werden bei Schildermalern in Auftrag gegeben.
Ihre Spannung beziehen sie aus der Kombination der Hochkunst-konnotierten
Leinwand als Bildträger und der ironischen Lapidarität
der Sujets und Botschaften, die die Entmystifizierung der Hochkunst
betreiben.
1970 verbrennt Baldessari alle Gemälde, die vor 1966, also
vor den konzeptuellen Leinwänden entstanden sind. Das "Cremation
Project" wird in der Tageszeitung annonciert. Seit den siebziger
Jahren beschäftigt sich Baldessari vor allem mit Fotografie.
Sowohl in seinen eigenen Fotos als auch zunehmend in der Auseinandersetzung
mit Zeitungsfotos und Standbildern aus Spielfilmen untersucht er
Mechanismen der Repräsentation, des Sehens und der Körpersprache.
Zur Verdeutlichung verwendet er später monochrome Kreisflächen,
die die Gesichter der Personen verdecken. In Collagen, Cut-Ups und
Serien schichtet er visuelle und Bedeutungsebenen übereinander.
In den letzten Jahren ist die Malerei in seine Fotocollagen zurückgekehrt.
Baldessari gilt als einer der einflußreichsten Künstler
der Gegenwart. Sein Werk wurde auf der Documenta 1972 und auf der
von 1982 gezeigt, 1981 organisierte das New Museum of Contemporary
Art in New York die erste große Retrospektive, 1990 das Museum
of Contemporary Art in Los Angeles eine zweite, die in sechs weiteren
Museen gezeigt wurde. Sein Werk wurde und wird laufend weltweit
ausgestellt. 1996 erhielt er in Österreich den "Oskar-Kokoschka-Preis",
die höchstdotierte Auszeichnung, die Österreich in der
bildenden Kunst vergibt. |