Robert
Barry, geboren 1936 in New York, gehört zusammen mit Lawrence
Weiner, Joseph Kosuth und Douglas Huebler im Umfeld des New Yorker
Galeristen Seth Siegelaub zu den Vertretern der Konzeptkunst der
ersten Generation. Während des Studiums am Hunter College an
der City University of New York machte er die Bekanntschaft mit
Malern wie Ray Parker oder Robert Motherwell.
Bis 1967 definiert er in der "Systematischen Malerei"
den Bildraum durch Auslassung und Ausklammerung. 1968/69 konzipierte
Barry Arbeiten für spezifische Räume, deren wesentlicher
Bestandteil nun die Interaktion zwischen dem Werk und dem Raum war.
Es faszinierte ihn der Gedanke, daß auch ein in der Rezeption
nicht sichtbares Werk trotzdem existent sein kann und er begann,
systematisch physikalische Erscheinungsformen zu analysieren.
Mit "Psychic Series" entwickelte Barry 1969 die Frage
der nicht mehr sichtbaren Wahrnehmung weiter zu immateriellen Phänomenen
wie der latenten Präsenz von Erkenntnis im Unterbewußten.
Er bedient sich dabei der Sprache, die er u.a. als Wandmalerei als
aphorismenähnliche Statements gebraucht, die den Zusammenhang
zwischen Aussage, Ort, Zeit und Raum thematisieren. Barry versuchte,
neue Wege zu beschreiten, indem er in weiterer Folge material- und
zeitungebundene Arbeiten zu verwirklichen begann - eben konzeptuell.
Sein Beitrag für die Ausstellung "Prospect 69" in
Frankfurt a.M. ist das im Katalog abgedruckte Interview, "aus
den Ideen und Vorstellungen, die die Leute haben, wenn sie dieses
Interview lesen" besteht, eine radikale Reduzierung der Kunst
auf Sprache. Barry war Teilnehmer von fast allen Konzeptkunst-Ausstellungen
dieser Zeit (in Europa 1969 "Op losse schroeven", Amsterdam,
Biennale Paris 1971, auf der Documenta 5 in Kassel 1972, Biennale
Venedig 1972).
Das Medium Sprache wird in der Folge Teil der meist monochromen
Wandarbeiten mit Wörtern in einfachster Typographie. In zahlreichen
Ausstellungen, u.a. auf der "Art Conceptuel" 1988 in Bordeaux,
1990 in "Inquiries. Language in Art" in Toronto, stellt
Barry Arbeiten vor, die Worte nicht als Teil eines Texts, sondern
wie Licht, Zeit und Farben auf poetische Weise verwenden. Robert
Barry lebt derzeit in Teaneck. |