Boltanski, Christian
 

Christian Boltanski wurde 1944 in Paris geboren und lebt derzeit in Paris. Boltanski beschäftigt sich in seiner Kunst hauptsächlich mit der Erinnerung und dem Tod. 1958-1967 malt er großformatige Bilder. In den Jahren von 1968-1971 beschäftigt er sich mit Film und Mail Art. Er gibt Bücher heraus, in denen er seine Kindheit erzählt. Mit hunderten von Dokumenten und Fotos rekonstruiert er die Familiengeschichte eines Freundes.

Von 1976-1979 beschäftigt er sich mit großformatigen Fotografien, Diaprojektionen, fotografischen Gemälden und Installationen. Immer mehr setzt er Fotos und Archivmaterial ein und benützt Artefakte als Symbol für die Grauen des Holocaust, aber auch um das Wesen des Vergänglichen deutlicher spürbar zu machen. So sammelte er die Fotos einer Schulklasse von 1931 und stellt sie als Hommage an diese Klasse des Lycée Chases aus. 1988 gestaltet er einen Raum am Hamburger Bahnhof mit leeren Archivschachtel und beklebt diese mit Portraitfotos von Mördern und Opfern, die er einer französischen Kriminalzeitschrift entnommen hat. Er verteilt 1993 in Köln Flugblätter mit Namen und Fotos von Kindern, die im zweiten Weltkrieg von ihren Eltern getrennt wurden. KünstlerInnen

Bei der Ausstellung "Das Purimsfest" im Museum für Gegenwartskunst in Basel (1989) häuft er 40 kg Kleider auf, die an tausende unbekannte Männer und Frauen erinnern sollen. Mit der Installation über die "toten Schweizer", deren Namen aus den Todesanzeigen der Kantonszeitung stammen, wendet er sich dem ganz "normalen" Sterben von jedermann zu. 1995 beschäftigt er sich - eingeladen von Henry Moore - nach der Schließung einer Fabrik in Halifax, England, in einer Werkreihe mit den ersten 3.000 und den letzten 300 Arbeitern dieser Fabrik. Teilnahme an der Documenta in Kassel und mehrmals an der Biennale von Venedig. Wendet sich zuletzt immer mehr von formalen Prinzipien ab und dem Ephemeren zu.

   
 
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