Brus, Günter
 
geb. 1938 in Ardning in der Steiermark
1954-1958 Besuch der Kunstgewerbeschule Graz
1958 wechselte er zur Akademie für angewandte Kunst in Wien, trat zwei Jahre später aus.
1964 vollzog er nach einer kurzen Phase des abstrakten Expressionismus den Übergang von der Malerei zur Aktionskunst, indem er den Körper zum einzigen Medium seiner Kunst erklärt.
1964-71 führte Brus 43 Aktionen durch - er war einer der Protagonisten des "Wiener Aktionismus". Auf Grund seines Beitrags bei der Veranstaltung "Kunst und Revolution" in der Wiener Universität wurde Brus zu sechs Monaten Haft verurteilt. Er entging der Strafe, indem er mit seiner Frau Anna und der Tochter Diana nach Berlin flüchtete.
1971 beendete Brus mit der "Zerreißprobe" seine Aktionskunst.
seit 1980 lebt Brus zurückgezogen in Graz und auf der Kanareninsel La Gomera.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Ouvres sind die Bild-Dichtungen, in denen Text und Bild eine untrennbare Einheit bilden. Brus ist einer der herausragenden intermedialen Grenzüberschreiter. Brus schreibt auch literarische Texte, veröffentlicht wurden bisher der Roman "Die Geheimnisträger", die Kürzesterzählungen "Amor und Amok", "Morgen des Gehirns, Mittag des Mundes, Abend der Sprache" (Schriften 1984-1988). Weitere Werkgruppen sind Einzelzeichnungen, "Imprimaturen", "Trivialeumsüberzeichnungen", Schallplatten wie "Selten gehörte Musik" (gemeinsam mit H. Nitsch, G. Roth, G. Rühm und O. Wiener). Brus ist auch als Bühnen- und Kostümbildner tätig:
1985 zeichnete er die Bühnenbild- und Kostümentwürfe zu Gerhard Roths "Erinnerungen an die Menschheit".
1994 entwarf er die Kostüme zu Leos Janáceks "Das schlaue Füchslein".
1995 die Kostüme zu Fritz v. Herzmanovsky-Orlandos "Die Fürstin von Cythera".
Brus ist Documenta- und Biennaleteilnehmer, hatte neben Ausstellungsbeteiligungen zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland:
1986 "Der Überblick" im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien
1993 Retrospektive "Limite du visible" im Pariser Centre Georges Pompidou, etc.
1997 wurde Brus der Große Österreichische Staatspreis verliehen.
für 1999 ist eine Retrospektive in mehreren deutschen Städten geplant, die auch in Linz zu sehen sein wird.
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