| Chris
Burden, geboren 1946 in Boston, lebt bei Los Angeles. Nach mehreren
Jahren als Fotograf in Europa und an der Harvard University studierte
er Architektur und anschließend bildende Kunst, zuletzt an
der University of California. Seine ersten Skulpturen und Performances
entstanden in den frühen siebziger Jahren vor dem Hintergrund
wachsender Ängste und Bedrohungen des Individuums im psychologischen
und sozialen Kontext einer technisierten und mediatisierten Gesellschaft.
Zur Demonstration kritischer mentaler und physischer Situationen
dient Burden in erster Linie die eigene Person bzw. der eigene Körper:
für "Five-Day Locker Piece" beispielsweise, seiner
Abschlußarbeit an der U.C. 1971, verbrachte er fünf Tage
im Schließfach Nr. 5 unter in Flaschen abgefüllten fünf
Gallonen (23 Litern) Wasser und über einer leeren 5-Gallonen-Flasche;
für "Shoot", im selben Jahr entstanden, wurde ihm
mit einem Gewehr in den Arm geschossen und in "Through the
Night Softly" 1973, kroch er fast nackt über Glasscherben.
1976 wandte er sich von den Aktionen ab und einer neuen Auffassung
monumentaler Skulptur zu. Objekte aus der Alltagswelt bzw. technische
Geräte wie Motorräder, Dampfwalzen oder Waffensysteme
mutieren durch seine Inszenierungen zu bizarren, mitunter spielzeugartigen
Skulpturen. Durch seinen Unterricht an der Kunsthochschule in Los
Angeles seit 1978 gilt Burden mit Paul McCarthy als einer der Stammväter
neuerer körperbetonter Kunstentwicklungen in Kalifornien. Zu
seinen hervorzuhebenden Einzel- und Gruppenausstellungen der letzten
Jahre gehören u.a. "Helter Skelter", Museum of Contemporary
Art, Los Angeles 1992 und "Beyond the Limits", Museum
für angewandte Kunst, Wien 1996.
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