Das international
renommierte Künstlerpaar Clegg & Guttmann (Michael Clegg
und Martin Guttmann), beide geboren 1957, gehören zu einer
Generation von Fotokünstlern - wie Andreas Gursky in Deutschland
oder Mike & Doug Starn in den USA -, die die Fotokunst mit durchdachter
philosophischer Kritik verbinden und weit über die engere Fotografie
hinausgehen.
Die in New York und San Francisco lebenden Künstler knüpfen
in ihren Fotoarbeiten, Projekten und aktionistischen Eingriffen
im öffentlichen Raum an konzeptionelle Ansätze an, die
sich kritisch mit der Kunst auseinandersetzen und die bestehenden
gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnisse thematisieren.
Ihr Oeuvre subsumieren Clegg & Guttmann unter dem Begriff des
Portraits, unabhängig von Medium und Subjekt. Den umfangreichsten
Teil der Arbeiten nehmen photographische Einzel-, Doppel-, und Gruppenportraits
sowie Landschaftsportraits ein. Sie thematisieren dabei die gesellschaftlichen
Codes der Selbstpräsentation der Dargestellten, angesiedelt
zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die Landschaftsbilder sind für
die beiden "Portraits von dem Zusammenhang, in dem wir leben".
In ihren neueren Arbeiten geht es um Beziehungen zwischen Kunst,
Kultur, Politik und gesellschaftlichen Machtverhältnissen im
Sinne einer sozialen Skulptur. Darunter fallen Projekte wie "Die
offene Bibliothek" (1991-1994 in verschiedenen Städten
realisiert als "Portrait eines Stadtteils") oder "The
Firminy Music Library" (1993, Project Unite, Firminy, Frankreich).
1995 zeigten die beiden u.a. auf der Biennale Venedig das Projekt
"Verite - Source-materials on Unobtrusive Observations on Human
Subjects in Academic Research and Popular entertainment", 1996
in Wien das Projekt "Monument and Memorial Site Dedicated to
the Jewish Victims of the Nazi Regime in Austria, 1938-1945",
im Rahmen des geladenen Wettbewerbs zum Holocaust-Denkmal, 1997
u.a. "The Open Public Speakers Platform" in Grieskirchen,
Oberösterreich, "1897 The First Zionist Congress Basel"
in der Kunsthalle Basel und "Zionism as Spartatism" an
der Universität Basel. |