| Bruno
Gironcoli, geboren 1936 in Villach, Kärnten, lebt in Wien.
Nach einer Goldschmiedlehre in Innsbruck von 1951-1956 studierte
er von 1960 - 1961 an der Hochschule für angewandte Kunst in
Wien, bei Eduard Bäumer. Danach entwickelt er ausgehend von
einem intensiven zeichnerischen Naturstudium sukzessiv eine eigene
Formenwelt als Bildhauer, wobei ihm vorallem das Thema Kopf und
die Suche nach, inhaltlich und formal, seinen Vorstellungen entsprechenden
Materialien beschäftigt.
1967 zeigt er in seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie
Heide Hildebrandt, Kärnten Zeichnungen und Drahtplastiken.
1968 findet seine erste Personale in der Galerie nächst St.
Stephan, Wien, statt, die ihn neben der Galerie Krinzinger / Bregenz,
Innsbruck in den ersten Jahren seiner Laufbahn vertritt. Seine eigentliche
bildhauerische Formensprache entwickelt er duch den Übergang
zum Material Polyester, das ihm die gesuchte Freiheit des Ausdruckes
erlaubt. In der Folge entwickelt er räumliche Szenarien bzw.
Installationen in denen er skulpturale Elemente mit verschiedensten
Artefakten kombiniert. Sie umkreisen die sein gesamtes Werk prägenden
Themen, Mutterschaft, Geburt, Sexualität und Tod umkreisen.
Seit 1997 ist er Professor an der Akademie der bildenden Künste,
wo er in der Nachfolge von Fritz Wotruba eine Meisterschule für
Bildhauerei leitet. Ab diesem Zeitpunkt treibt er ein Werk voran,
das in seinem Umfang und seiner Intensität seinesgleichen sucht.
Seine bis auf Raumgröße ausufernden Skulpturen verbinden
apparative, antropomorphe, vegetative und dekorative Elemente. Auf
und um podestartige Unterkonstruktionen baut er eine organische
Formenwelt auf, die aus einer, teils verschlüsselten, teils
sich aber auch plaktiver Symbole und Zeichen bedienenden, privaten
Mythologie gespeist wird. Die Polyesterskupturen bemalt er gold-
oder silberfarben, soweit sie nicht in Aluminium gegossen werden.
Er neutralisiert damit ihre, expressive, narrative Inhaltlichkeit
zu Gunsten einer skulpturalen dekorativen und nahezu sakralen Wirkung.
Sein Schaffen umfasst neben einem umfangreichen zeichnerisches,
auch ein bedeutendes malerisches Oeuvre, welches er seit den 70er
Jahren entwickelt hat. Gironcolis Arbeiten wurden in allen größten
österreichischen Museen in Personalen gezeigt, u.a. 1977 und
1990 im Museum des 20. Jhdts., Wien, 1986 in der neuen Galerie am
Landesmuseum Johanneum, Graz, 1997 im MAK, Wien. Wegen der Größe
und Unbeweglichkeit der Skulpturen fanden nur wenige Personalen
im Ausland statt so 1978 in der städtischen Galerie im Lehnbachhaus,
München, und 1981 im Kunstverein, Frankfurt a. M.. U.a. erhielt
der Künstler folgende Preise: 1989 "Österreichischen
Skulpturenpreis der Ersten Allgemeinen Generali Fondation",
1993 "Großer Österreichischer Staatspreis".
|