| Felix
Gonzales-Torres, geboren 1957 auf Kuba, lebt ab 1979 in New York.
Vor dem Hintergrund des boomenden Kunstmarktes Ende der achtziger
Jahre konzipiert er Arbeiten, die den traditionellen Charakter von
Kunst als Werk und Ware auf subversive und subtile Weise verweigern.
Für die "stack-pieces" z.B. werden verschiedene,
zum Teil bedruckte Papierbögen zu einer Art "Skulptur"
aufeinandergelegt, deren Blätter die Besucher gratis mitnehmen
können. Dadurch verändern sich diese Stapel ständig
und müssen vom jeweiligen Besitzer immer wieder ergänzt
werden.
Auch mit den "candy-pieces", jenen lockeren Arrangements
von Bonbons auf dem Boden und in den Ecken des Ausstellungsraumes,
wird der Besucher eingeladen, nicht nur zu betrachten, sondern sich
auch zu bedienen. Mit dem Genuß des Geschenks ist allerdings
die allmähliche Auflösung der Arbeit verbunden, die in
ihrem Ursprungsvolumen mitunter dem Körpergewicht einer konkreten
Person entspricht und somit eine versteckte Hommage darstellt. In
Arbeiten wie etwa "Arena" von 1993 wird aus der Galerie
ein Tanzlokal und aus der Ausstellung eine Performance: zuerst vor
dem - und schließlich des Publikums.
Felix Gonzales-Torres wird in wichtigen Museen und Galerien der
USA und Europas ausgestellt, u.a.: MOMA, New York 1991; Museum of
Contemporary Art, Los Angeles 1994; Guggenheim Museum, New York
1995; Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris 1996. Sein
Plakatportrait von Austrian Airlines war 1993/94 auf 3000 Plakatwänden
in Wien zu sehen. Neben seiner Arbeit als Einzelkünstler wirkte
Felix Gonzales-Torres in den letzten Jahren bei Projekten des aktivistischen
Künstlerkollektives "Group Material" mit.
Felix Gonzales-Torres starb 1996 an den Folgen von Aids.
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