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Graham, geboren 1942 in Urbana, Illinois, hat wie kaum ein anderer
Gegenwartskünstler ein vielfältiges, Kunstgattungen und
Medien verbindendes Werk, das von der Logik der Veränderung
motiviert ist. Graham kam als einer der ersten Künstler von
der institutionellen Seite des Kunstbetriebes - eine entsprechende
Ausbildung hatte er dementsprechend nicht mehr. In den Jahren 1964/65
leitete Graham die John Daniels Gallery in Manhattan.
Seine künstlerische Arbeit beginnt er mit Zeitschriftenarbeiten,
den sogenannten "Magazine Pages" der Jahre 1966 bis 1969,
die als genuines Beispiel für die Konzeptkunst eine eigene
Produktion in Gestalt von Texten nicht begleiten, sondern eben diese
Produktion selbst sind. Vor allem von Bruce Nauman beeinflußt,
ändert Graham in den späten sechziger Jahren seine Strategie
und beginnt mit Untersuchungen zum Prinzip der Präsenz.
Es entstehen Film-und Performance-Arbeiten und ab etwa 1974 jene
Video-Installationen, in denen er als erster Künstler überhaupt
mit dem Verfahren des "Time Delay", der Monitorwiedergabe
mit Kurzzeitverzögerungen operiert. In der zweiten Hälfte
der siebziger Jahre gibt es wiederum einen signifikanten Wandel
in seiner künstlerischen Arbeit.
Grahams Interesse verlagert sich auf die Architektur, die er auszuloten
sucht, einerseits in Gestalt von Interventionen in vorhandene Strukturen,
vor allem von Vorstädten und andererseits durch die Gestaltung
von Pavillonbauten. In beiden Fällen ist Grahams bevorzugtes
architektonisches Mittel der Zweiwege-Spiegel. Nachdem bis zu den
frühen neunziger Jahren Grahams künstlerische Artikulationen
einander abfolgten, hält er sie in der unmittelbaren Gegenwart
simultan parat.
Darüber hinaus hat er sich von Anfang an, zu seinem eigenen
Schaffen, zu jenem von Kollegen, aber auch generell zu diversen
Phänomenen der Populärkultur schriftlich geäußert.
Graham versteht sich darin als einer der Ziehväter der "Cultural
Studies" verstehen.
Dan Graham lebt und arbeitet in New York und stellte u.a. 1991
in der Lisson Gallery, London, 1992 in der Wiener Secession, Wien,
im Stedelijk Van Abbemuseum, Eindhoven, 1993 im Witte de With Center
for Contemporary Art und im Museum Boymans-van Beuningen, Rotterdam,
1995 im San Francisco Museum of Modern Art und 1996 im Museum van
Hedendagse Kunst, Gent in Einzelausstellungen aus.
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