| Carsten
Höller, 1961 in Brüssel geboren, lebt und arbeitet in
Köln. Er studierte an der Universität Kiel Agrarwissenschaft
und habilitierte sich dort 1993 als Pythopathologe (Pflanzenarzt)
auf dem Gebiet der Geruchskommunikation zwischen Insekten. Bereits
Ende der achtziger Jahre diversifizierte Höller seine naturwissenschaftlichen
Methoden und Paradigmen durch Installationen, Videos und Versuchsszenarien
im Kunstbereich.
Neben einer Thematisierung szientifischer Objektivierungsbemühungen
zielen diese Gestaltungen immer wieder auf die emotionale Involvierung
des Publikums, bzw. auf subjektive Gefühle und ihre Ursachen
in Natur und Kultur. Als Reaktion auf das scheinbar natürliche
Reproduktionsbedürfnis von Menschen, Tieren und Pflanzen schuf
Höller eine Reihe bösartiger "Kinderfallen",
u.a. einen mit Giftpilzen präparierten Kinderspielplatz, ein
Fahrrad, das beim ersten Pedaltritt explodiert oder ein Kinderfängerauto,
das unter dem Titel "Pest Control" 1993 auf der "Aperto"
der Biennale in Venedig gezeigt wurde.
Für die Wiener Secession gestaltete Höller 1996 eine
futurologische Installation, in der er utopische Zukunftsvorstellungen
der sechziger Jahre mit gegenwärtigen realen, fiktionalen und
zum Teil paradoxen Entwürfen "von kommenden Möglichkeiten"
kombinierte. Wie auch mit seiner parallel dazu im Kölner Kunstverein
realisierten Installation "Glück" entstand dabei
eine Art Versuchsanordnung, in der die Besucher als Experimentatoren
und Testpersonen die präsentierten Modelle und Entwicklungen
direkt benutzen konnten. Auf der Documenta 10, 1997, zeigte Carsten
Höller gemeinsam mit Rosemarie Trockl "Ein Haus für
Schweine und Menschen", eine Schweine/Menschen-Idylle, die
neuerlich die biologischen und kulturellen Grundlagen für Empfindungen
wie Glück, Liebe oder Zuneigung zur Disposition stellt.
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