Kelley, Mike
 

Mike Kelley, geboren 1954 in Detroit, USA, studierte an den Kunsthochschulen in Michigan und Kalifornien. Ab 1977 entwickelte er in Los Angeles Projektreihen, deren Titel wie "The Poltergeist", "Monkey Island" oder "The Sublime" die lose thematische Klammer für Skulpturen, Zeichnungen, Videos, Performances, Installationen und Texten verschiedenster Art bildeten. Kelleys quasi-logische Recherchen und Explorationen zu Fragen der Religion, Nation, sexuellen Identität usw. dekonstruieren die lächerlichen Grundlagen gängiger sozialer Normen und führen mit Mitteln der Karikatur und mitunter beißendem Humor Exzesse, Repressionen und Versagen der amerikanischen Gesellschaft ad absurdum. Ausgehend von konzeptuellen Überlegungen orientiert sich Kelley dabei insbesondere an Entwicklungen und Ausdrucksformen der Populär- und Gegenkultur wie Comic, Musik, Film...

Breite internationale Aufmerksamkeit wurde Mike Kelley erstmals um 1986 mit Performances und Objekten der Reihe "Half a Man" zuteil. Er präsentierte in diesem Zusammenhang u.a. auf gebrauchten Afghan-Teppichen und Laken sitzende Stofftiere und Häkelpuppen, deren skurriles Aussehen, verfängliche Anordnungen und psychologische Verweise als karnevaleske Kritik sozialer Interaktion verstanden werden kann. Kelley zählt mittlerweile zu den international meistbeachteten Künstlern und nimmt mit seiner Arbeit eine zentrale Rolle im kritischen Kunst-Diskurs der neunziger Jahre ein.

1994 präsentierte er, im Alter von 39 Jahren, seine erste Retrospektive im Whitney Museum for American Art in New York. In Europa wurde diese Ausstellung mit dem Titel "Catholic Tastes" bzw. "Katholische Vorlieben" anschließend u.a. im Münchener "Haus der Kunst" gezeigt. In Gruppenausstellungen waren Kelleys Arbeiten u.a. 1992 und 1997 auf der Kasseler Documenta zu sehen.

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