Krystufek,
Elke Elke Krystufek, geboren 1970 in Wien, lebt seit 1992 in Wien.
Studierte 1988-1992 an der Akademie der bildenden Künste in
Wien bei Arnulf Rainer. 1992 erste Einzelausstellung in der Galerie
Metropol in Wien (zusammen mit Franz Graf). Weitere Einzelausstellungen
bei 303 Gallery, New York 1995; Bruno Brunnett, Berlin 1993; Galleria
il Capricorno, Venedig 1995; Contemporary Fine Arts, Berlin 1995;
Galerie Drantmann, Brüssel 1995 u. 1996; Secession, Wien 1997.
Gruppenausstellungen u.a. bei "Aperto 93", Biennale Venedig
1993; Villa Arson, Nizza 1993 u. 1995; De Appel Foundation, Amsterdam
1994; Kunsthalle Wien 1994 u. 1997; Centre Pompidou, Paris 1995;
Magasin, Grenoble 1996; EA-Generali Foundation, Wien 1996 u. 1997;
u.s.w.
"Krystufeks Kunst basiert auf einer Dialektik von Exhibitionismus
und Voyeurismus. Dabei kommt dem explizit Sexuellen, vor allem den
häufigen Entkleidungen, pornografischen Posen und Masturbationsszenen
in den Videos, ein zwar hoher, doch keineswegs ausschließlicher
Stellenwert zu. In Krystufeks Videos wird ein Voyeurismus provoziert,
der sich auf das Private im allgemeinen, das Atelier als Kreativsphäre,
jede Form obsessiver Handlungen in einer chaotisch-junkigen Umgebung,
das Leid und die Einsamkeit des künstlerischen Menschen richtet."(1)
Das gesamte Videowerk kann auf Anfrage im Studienraum der EA-Generali
Foundation in Wien besichtigt werden. "Elke Krystufeks Photos,
Bilder, Malereien, Videos, konfrontieren damit, daß hier zwar
eine Frau zu sehen ist, diese Frau aber immer wieder in anderen
Situationen erscheint, nicht mit dem Frausein zu identifizieren
ist, gerade weil sie so viel von sich als Frau zeigt. Von daher
halte ich es nicht für einen Gag, wenn sich Elke Krystufek
erlaubt, gegen bestimmte Spielarten feministischer Kunst eine Einrede
einzulegen. Sie versucht sich zu wehren, gegen eine Identifikation,
gegen den gewalttätigen Blick, auch hier."(2)
"Als kritisch wird zumeist die neben der Kunsthallen-Performance
bekannteste Arbeit, die Serie "Elke Krystufek liest Otto Weininger",
interpretiert. Sie existiert als Video und als Folge von 45 Tafeln
mit Foto/Textcollagen aus den Jahren 1993-95. Krystufek konfrontiert
in den Collagen Zitate aus Weiningers "Theorien" zur Inferiorität
der Frau aufgrund ihrer vermeintlichen Triebbestimmtheit und Sublimationsunfähigkeit
mit Bildern aus Kunst, Pornografie, Werbung und solchen ihrer selbst."(3)
(1), (3) aus: Christian Kravagna, "Ich möchte funktionieren,
nicht perfekt, aber doch." in: Texte zur Kunst. Nr. 22, Mai
1996; S. 46, 47
(2) aus: Karl-Josef Pazzini, "Ich wäre lieber unmittelbar"
(Elke Krystufek) in: "I am your mirror", Katalog, Wiener
Secession 1997, S. 9 |