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Matt Mullican wurde 1951 in Santa Monica, Kalifornien, geboren
und studierte in den frühen siebziger Jahren am California
Institute for the Arts. Sein international breit diskutiertes Werk
entzieht sich weitgehend gängigen Kunstkategorisierungen und
Zuordnungen. Grundsätzlich hinterfragt Matt Mullican mit verschiedensten
Ausdrucksmitteln die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen
Bild, Bedeutung und physischer Realität.
Ab den siebziger Jahren, der Frühphase seiner Auseinandersetzung
mit Zeichensystemen und deren Funktion im Rahmen psychologisch bzw.
kulturell determinierter Perzeptionsmechanismen, machte Mullican
Performances. Mittels Hypnose läßt er sich z.B. in Innenräume,
wie sie in Darstellungen von Piranesi zu sehen sind, versetzen,
wobei er gleichzeitig eine verbale Beschreibung seiner Erfahrung
in diesen Bildern vorträgt.
Im weiteren Verlauf seiner künstlerischen Explorationen entstehen
von ihm als "Cosmology" bezeichnete Installationen, in
denen er diagrammartig unterschiedlichste Zeichen und Darstellungsformen
zu einem höchst komplexen persönlichen Sprachsystem ordnet.
Seit den späten achtziger Jahren bedient sich Matt Mullican
zur Entwicklung und Darstellung dieser "Cosmology" auch
neuerer Technologien - wie Computer und Internet. Im virtuellen
Medienraum entstehen dabei städteartige Ordnungssysteme als
Modelle kognitiver Perzeption, bzw. als Modelle sich ändernder
Sichtweisen auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen, die vom Künstler
farblich symbolisiert werden.
Matt Mullicans Werke wurden in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedensten
internationalen Kunstinstitutionen gezeigt; u.a. waren sie 1994
in der Secession in Wien und 1982, 1992 und 1997 auf der Documenta
in Kassel zu sehen. |