Oberhuber, Oswald
 
  Der in Wien lebende und arbeitende Oswald Oberhuber gilt als Phänomen und Querdenker in der bildenden Kunst Österreichs. Neben seiner Ausbildung als Maler und Bildhauer arbeitet er als Objekt- und Konzeptkünstler, Graphiker, Galerieberater, Kritiker, Kunsttheoretiker, Schriftsteller und Lehrer.
1931 in Meran/Südtirol geboren
1945 - 1949 besuchte er die Gewerbeschule Innsbruck, Abteilung Bildhauerei. Bereits in dieser Zeit entstehen seine ersten gegenständlichen Zeichnungen, gefolgt von literarischen Werken. Als Begründer der "Informellen Plastik" setzt er einen wichtigen Meilenstein in der österreichischen Kunstgeschichte. Während seiner Studienzeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Fritz Wotruba und an der Staatlichen Akademie in Stuttgart bei Prof. Willi Baumeister, Anfang der Fünfziger Jahre, entwickelt er "Gerümpelplastiken" - Plastiken aus "unnützen" Gegenständen.
1953 folgen seine ersten großen Einzelausstellungen in Zürich und Innsbruck.
   
  Die informelle Phase wird in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre durch gegenständliche, konsequent durchgeführte Figurenmalereien abgelöst. Aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber jeglicher Stilbildung in der heutigen Zeit, versteht sich Oberhuber als Begründer der "Permanenten Veränderung in der Kunst". Es entstehen Arbeiten in unterschiedlichen Techniken und und unterschiedlichster Ideenvielfalt. Wichtige Serien, wie "Ich als Kind" (1962-63) oder "Zahnbilder-Serie" (1964-1965) betonen seine Auseinandersetzung mit seiner Person. Mitte der 60er Jahre ist er Redakteur der Architekturzeitung "BAU" sowie künstlerischer Berater der Galerie Nächst St.Stephan in Wien. Environments, Versuche an und in der Kunst ohne Künstler entstehen, die eine antikünstlerische Tendenz im Bewußtsein einer Neuordung der Kunst aufweisen.
   
1968 - 1970 gründet er die "Oberhuber-Zeitung".
1971 folgen seine Bilderzyklen zu Blumen- und Landschaftszeichnungen, das Buch "Beispiele - österreichische Kunst von heute" (gemeinsam mit Kristian Sotriffer) sowie ein Oberhuber-Film.
1972 ist er offizieller Vertreter Österreichs bei der Biennale in Venedig
1973 künstlerischer Leiter der Galerie Nächst St. Stephan und wird an die Hochschule für angewandte Kunst nach Wien berufen. Die folgenden Jahre sind von einer intensiven Lehr- und Ausstellungstätigkeit geprägt:
1977 + 1982 nimmt er an der Documenta in Kassel teil,
1983 am Steirischen Herbst und an der Biennale in Sao Paulo.
1986 wird er Professor für Malerei bei der Salzburger Sommerakademie,
1979 - 1995 Rektor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.
   

 

  KünstlerInnen
 
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