| Raymond
Pettibon, geboren 1957 in Tucson, Arizona, lebt in Hermosa Beach,
Kalifornien.
Unter dem programmatischen Titel "Helter Skelter" präsentierte
das Museum of Contemporary Art (MOCA), Los Angeles 1992 eine Ausstellung
von zwei Generationen dort lebender Künstler, die auf unterschiedlichste
Weise an kompromißlosen Portraits des "Amerikanischen
Alptraums" arbeiten. Zu den herausragendsten Vertretern gehört
dabei der oft als "Zeichenmaschine" titulierte Raymond
Pettibon.
Seit Mitte der achtziger Jahre arbeitet er obsessiv an seinem
Universum aus Kombinationen von Bild- und Textfragmenten, das neben
Videofilmen und einigen Plattencovergestaltungen (u.a. für
Sonic Youth) vor allem Tausende von S/W Zeichnungen umfaßt,
mit denen er in seinen Ausstellungen die Wände fast komplett
bedeckt. Der Betrachter wird dabei mit einem Mahlstrom aus Chiffren,
Zeichen und Texten verschiedenster Herkunft konfrontiert, die keine
erkennbare Ordnung verbindet, der aber gleichsam den "stream
of consciousness" der gegenwärtigen Kultur abbildet.
Zeichnerisch nimmt Pettibon Anleihen bei den standardisierten
Darstellungsweisen der Comics, verstößt aber gegen deren
narrative Strukturen. Seine textlichen Quellen reichen von der Literatur
der Moderne, wie beispielsweise Proust und Pound, über die
Sportberichte von Tageszeitungen, bis zu Groschenromanen, die als
handgeschriebene Textpartikel zum Bildmaterial nicht logisch, sondern
"lyrisch" assoziiert werden. |