Pistoletto, Michelangelo
 

Michelangelo Pistoletto, geboren 1933 in Biella, Italien, lebt in Turin und

Wien. Im Zuge seiner frühen malerischen Beschäftigung entwickelte er Anfang der sechziger

Jahre Selbstportraits, deren stark reflektierende monochromeica, Hintergründe den

Betrachter bzw. dessen Abbild und fluktuierende Umweltreize unmittelbar in das Bildgefüge integrierten.

Diese Thematik einer Öffnung des Bildraums in die Realität, einer direkteren Verschränkung von Kunst

und Leben weiter forcierend, entstanden in den folgenden Jahren Kombinationen von Malerei und

Fotografie mit spiegelartigen Metallgründen. Nach 1967 wurde Pistoletto mit konzeptuellen Skulpturen

zu einem führenden Protagonisten der italienischen "Arte Povera" die mit "ärmlichen" Materialien und

dem unmittelbaren Einsatz von Naturstoffen ein einflußreiches Gegenstück zu den Assemblagen von

Joseph Beuys und zu Teilen der amerikanischen Konzeptkunst schuf. Diese Gestaltungsweise hat der

Künstler seither zu philosophischen Strukturen und umfassenden Raumgestaltungen ausgebaut.

Michelangelo Pistolettos Werke werden seit Jahrzehnten in führenden Kunstinstitutionen ausgestellt;

u.a. war er 1982, 1992 und 1997 auf der Documenta in Kassel vertreten. Seit 1992 leitet er eine

Meisterklasse für Bildhauerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

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