Taaffe, Philip
 

Philip Taaffe wurde 1955 in Elizabeth, New Jersey geboren und studierte bis 1977 an der Cooper Union in New York.

Er bringt in seine Arbeiten eine explizite und subliminale Bildersprache ein, die abstrakt bleibt, deren Formen- und Stilrepertoire aber durchaus figurative Anklänge hat. Nicht die Gestalt der Bildersprache selbst wird verändert, sondern Taaffe erbringt den Beweis, daß die Darstellung figurativer Elemente abstrakt eingesetzt werden kann. Innerhalb der Abstraktion schafft Taaffe Bildwelten, deren Motivvokabular er bis Anfang der neunziger Jahre vor allem auf seinen Reisen in die Mittelmeerwelt kennenlernt: er überquert das Mittelmeer nach Tunesien und übersetzt die Erfahrungen der Kulturen mittels orientalischer Architekturfragmente, die er auf den Gemälden anordnet. Er schafft ein abstraktes Muster von Figuren, formal vor allem durch Vermischung und erzählt auf diese Weise von seinen Erfahrungen mit einer Kultur. In der exakten Übertragung von originalen Elementen in ihrer tatsächlichen Größe entgeht er der reinen Dekoration, indem er das Ornamentale transkribiert und damit zugleich abstrahiert. Taaffe spricht in diesen Bildern explizit den Begriff des Ornamentalen selbst an, unterscheidet sich aber vom Ornament selbst. Seine Technik, die Motive prägend in Druckform auf dem Bild anzubringen, erlaubt es ihm, eine eigene Form des Ornamentalen und Dekorativen zu entwickeln.

Seit 1993/94 macht Taaffe in seiner Bildersprache vor allem Anklänge an Formen aus der Natur, wie Schmetterlingen, Eidechsen, Farnen, Blattwerk usw. Dieses Motivvokabular hat seinen Hintergrund nicht zuletzt in der postmodernen Frage nach der Möglichkeit des saturierten Lebens im ausgehenden Jahrhundert. Taaffe befindet sich in der Gesellschaft einer Gruppe von Künstlern, die seit Mitte der achtziger Jahre in New York eine neue Position der Malerei formulierten, der sogenannten "Second New York School", zu der auch Künstler wie Christopher Wool, Ross Bleckner und Peter Halley gerechnet werden können. Taaffe lebt und arbeitet in New York.

Seit 1982 stellt er auf zahlreichen Ausstellungen aus, u.a. 1982 in der Roger Litz Gallery, New York, 1986 bei Metro Pictures, New York ("The Science of Painting"), und Prospect 86, Frankfurt a.M., 1988 im Museum of Fine Arts, Boston und in der Kunsthalle Düsseldorf ("American Art in the 80's: The Binational"), 1995 im Whitney Museum of American Art, New York , 1996 in der Wiener Secession, Wien und 1997 in der Luhring Augustine Gallery, New York.

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