PROGRAMM 2010

 
Thematisch kreisen die Ausstellungen des Kunsthaus Bregenz im Jahr 2010 im weitesten Sinne um Fragen der Identität. So beschäftigt sich die in Südafrika geborene und heute in Berlin lebende Candice Breitz in ihren jüngsten Arbeiten mit eineiigen Zwillingen und dem Verhältnis von angeborenen und durch Sozialisation erworbenen Eigenschaften. Die New Yorkerin Roni Horn entwirft in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Zeichnung und Skulptur Porträts von Personen, deren Positionierung zwischen Authentizität und literarischer Fiktion in der Schwebe bleibt. Künstlerische Identität wurde in den frühen Ausstellungsbeiträgen der in Köln lebenden Cosima von Bonin häufig durch das Einbeziehen befreundeter Künstler, Musiker und anderer Kulturproduzenten aufgefächert, und selbst in ihren aktuellen großen Installationen und Leinwandbildern lässt sie sich nicht auf eine einzige individuelle Handschrift festlegen. Dass die eigene Identität auch immer das Produkt gesellschaftlicher Bedingungen darstellt, belegen die Filme und Videoinstallationen des in Berlin und Wien lebenden Harun Farocki, der sich mit der Prägung unserer Wahrnehmung und Selbstpositionierung durch Maschinen auseinandersetzt. Alle Ausstellungen wurden eigens für das Kunsthaus Bregenz konzipiert und stellen zum größten Teil Arbeiten vor, die speziell für seine Räume entstanden sind.
Eine wesentliche Neuerung im Programm wird die Aktivierung der KUB-Arena darstellen, für die in Zusammenarbeit mit Architekten, Archiven und verschiedenen anderen Kulturproduzenten interdisziplinäre Projekte entwickelt werden. Den Auftakt bildet im Sommer 2010 das Berliner Architektenkollektiv raumlaborberlin.
Mit der ambitionierten Landschaftsintervention Horizon Field von Antony Gormley führt das Kunsthaus die Zusammenarbeit mit dem britischen Künstler fort und setzt bei seinen Außenprojekten neue Maßstäbe.
 
 
 
 
   
CANDICE BREITZ
06 | 02 – 11 | 04 | 2010


     
 
 
   
RONI HORN
24 | 04 – 04 | 07 | 2010


     
 
 
   
COSIMA VON BONIN
The Fatigue Empire
18 | 07 – 03 | 10 | 2010

     
 
 
   
KUB Arena
raumlaborberlin
Bye Bye Utopia
18 | 07 – 03 | 10 | 2010

     
 
 
   
HARUN FAROCKI
Weiche Montagen/
Soft Montages

23 | 10 | 2010 – 09 | 01 | 2011


     
 
 
   
KUB Arena
Ein Performanceprojekt
Ruth Buchanan I Simon Fujiwara
Suchan Kinoshita I Falke Pisano
Ian White
Kooperative für Darstellungspolitik

23 | 10 | 2010 – 09 | 01 | 2011

     
 
 
KUB Arena



   
 
ARCHITEKTURREIHEN
INTERDISZIPLINÄRES FORUM
VERNETZUNGSMODELLE INTERNET SCHRIFTEN ZUR THEORIE KURATORIN

Die sechs Meter hohe und ca. 300 Quadratmeter große Eingangshalle des Kunsthauses firmiert seit 2003 unter der Bezeichnung KUB-Arena. Sie wurde als Übergangsraum zwischen der Öffentlichkeit des städtischen Umfelds und den Ausstellungsräumen geplant und sollte als Scharnier zwischen dem eintretenden Publikum und den in den drei Stockwerken über ihr präsentierten Kunstwerken dienen. Angedacht war sie als Ort der Vermittlung, an dem öffentliche Diskussionen, Führungen, Vorträge sowie Filmvorführungen realisiert werden. Doch obwohl bereits zahlreiche Veranstaltungen dieser Art in der Arena stattgefunden haben, fehlt im öffentlichen Bewusstsein eine genauere Vorstellung dessen, was die KUB-Arena eigentlich ist.
In Zukunft soll das Profil der KUB-Arena ausgebaut und präzisiert werden. In diesem Sinn wird sie weniger ein Raum der reinen Präsentation für zeitgenössische Kunst als vielmehr ein Ort der Verhandlung der Ideen des Ausstellens und der Suche nach experimentellen Formen der Darstellung sein. In der KUB-Arena werden zukünftig verstärkt grundlegende Fragen der zeitgenössischen Kunst wie Autorschaft, Raum, Institutionskritik, Postkolonialismus und kuratorische Praxisformen untersucht. Sie wird als Versuchs- und Untersuchungsraum dienen, in dem kontextorientiert an spezifischen kulturellen und gesellschaftspolitischen Fragen gearbeitet wird. Dabei liegt ein wesentlicher Fokus auf der künstlerischen Praxis, die durch kommunikative und partizipatorische Strategien den gesellschaftlichen, urbanen, ökonomischen oder medialen Raum nutzt. weiter>>

 
KUB Billboards 2010



     
 
CANDICE BREITZ
18 | 01 – 11 | 04 | 2010

RONI HORN
12 | 04 – 04 | 07 | 2010

COSIMA VON BONIN
05 | 07 – 03 | 10 | 2010

HARUN FAROCKI
04 | 10 | 2010 – 09 | 01 | 2011
Seit der Eröffnung des Kunsthaus Bregenz im Sommer 1997 werden die sieben je 342 x 342 cm großen KUB-Billboards entlang der Seestraße in Bregenz kontinuierlich mit speziell für diesen Standort entwickelten Kunstprojekten nationaler und internationaler Künstler bespielt.
Aufgrund der besonderen Lage an der meistbefahrenen Straße durch das Stadtzentrum vom Bahnhof zum Kunsthaus zählen die Billboards in Bregenz zu den auffallendsten und am intensivsten besprochenen künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum.
Für das Kunsthaus Bregenz und die beteiligten Künstler bilden die KUB-Billboards ein wesentliches Instrument zur Information und Kommunikation mit einem breiten Publikum.
Die Billboards erreichen auch Menschen, die den Weg in den White Cube, die Institution Kunsthaus, scheuen oder nicht finden und eröffnen eine umfassende Diskussionsplattform über zeitgenössische Kunst und aktuelle Themen. Immer wieder führten und führen die Inhalte der Billboards zu positiven, aber auch kontroversen Reaktionen in Leserbriefen in der lokalen Presse, in Telefonanrufen und Internetforen sowie in öffentlichen Rundfunkdebatten und Diskussionsrunden im Kunsthaus selbst.
Das Programm der KUB-Billboards wird zum Teil von den Künstlern der Ausstellungen im Kunsthaus Bregenz gestaltet, die damit ihr Werk auch im Außenraum kommunizieren. Darüber hinaus gibt es Serien von Arbeiten speziell eingeladener Künstler, vor allem auch aus Vorarlberg, die ihre aktuelle Arbeit an diesem prominenten Ort zur Diskussion stellen. Für 2010 wurden folgende Künstler eingeladen: Candice Breitz, Roni Horn, Cosima von Bonin und Harun Farocki.
KUB-Billboards
1 Alexandra Vogt, 2009
2 Tony Oursler, 2009