PROGRAMM 2012
     
 
Ausstellungen 2012

Im Jahr 2012 werden im Kunsthaus Bregenz sowohl ein Klassiker der jüngsten Kunstgeschichte – Ed Ruscha – als auch mit Yvonne Rainer eine Ikone des postmodernen Tanzes und des experimentellen Films vorgestellt, darüber hinaus junge Künstler wie der aus Vietnam stammende Danh Vo und der Österreicher Florian Pumhösl.

Allen diesen Positionen sind ein dezidiertes Interesse an konzeptuellen Fragestellungen und darüber hinaus außerkünstlerischen Aspekten wie Politik, Gesellschaft und Populärkultur zu eigen. Somit verfolgt das KUB auch in diesem Jahr ein an Debatten interessiertes Programm, das nicht nur weit über einen kunstimmanenten Diskurs hinausgeht, sondern auch die Aufmerksamkeit auf Perspektiven jenseits einer westlichen Zentrierung lenkt.

Während Danh Vos Interesse an der Kultur seines Geburtslandes Vietnam einem autobiografischen Antrieb folgt, ist die Beschäftigung von Florian Pumhösl mit außereuropäischen Kulturen immer auch verbunden mit der Frage, wie sich die Phänomene der Moderne in Asien oder Lateinamerika entfaltet haben.

Neben diesen interkulturellen Überlegungen stellt das KUB mit der großen Überblicksausstellung zu Yvonne Rainer nach VALIE EXPORT eine weitere legendäre Künstlerin vor, deren Werk maßgebliche Fragen des Feminismus und der Intermedialität im 20. und 21. Jahrhundert verhandelt. Dabei verfolgt Yvonne Rainer einen dezidiert interdisziplinären Ansatz, der für die Ausrichtung des KUB repräsentativ ist.

Zu einem Höhepunkt des Ausstellungsprogramms zählt sicherlich die Präsentation von Ed Ruscha, der neben einem Überblick seiner Künstlerbücher, Fotografien und Papierarbeiten auch Gemälde vorstellen wird, die er eigens für seine Bregenzer Schau malt.

Parallel zu den großen Ausstellungen in den oberen drei Stockwerken wird in der KUB-Arena die Reihe von avancierten Präsentationsformaten fortgesetzt, die eine Zeitschriftenkooperation, eine Einzelausstellung, eine Sommerakademie sowie die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Nairobi vorstellen werden.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
KUB Arena

Während anfänglich für die 2003 etablierte KUB-Arena eigene Projekte entwickelt wurden, diente sie in der Folgezeit zumeist lediglich als erweiterte Ausstellungsfläche für die regulären Einzelausstellungen des Hauses. Seit dem Sommer 2010 wird die Arena jedoch für ein eigenständiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm genutzt, welches über den Bereich der bildenden Kunst hinaus stets auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Kulturproduktion befragt.

Nach der erfolgreichen Kooperation bei Living Archives mit dem Van Abbemuseum zu Beginn des Jahres 2011, den anschließenden Präsentationen Yona Friedman & Eckhard Schulze-Fielitz und Anfang gut. Alles gut. sowie der Vorstellung der Produktion Hate Radio zum Abschluss 2011 werden auch im kommenden Jahr vier interdisziplinäre Projekte eigens für das Erdgeschoss des Kunsthaus Bregenz entwickelt.

Auftakt der Ausstellungslaufzeit 2012 bildet eine Kooperation mit der springerin Hefte für Gegenwartskunst, einem der wichtigsten Kunstmagazine Österreichs. Entlang der Produktion der Frühjahrsausgabe 2012 zum Thema Bleibender Wert? wird eine projektorientierte Präsentation im Erdgeschoss des Kunsthaus Bregenz konzipiert. Darüber hinaus geht die Zusammenarbeit von springerin und KUB-Arena der Frage nach, welche spezifischen Räume jeweils erzeugt werden und wie diese genutzt werden.

Für das zweite Projekt der KUB-Arena 2012 ist die aus Vorarlberg stammende, mittlerweile in New York lebende Künstlerin Ulrike Müller eingeladen, eine Präsentation für das Erdgeschoss zu entwickeln, bevor im Anschluss im Rahmen einer Sommerakademie gefragt wird, was Kunst und Ideologiekritik nach 1989 sein kann. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien gestalten Eva Birkenstock und Max Jorge Hinderer ein Sommerseminar mit Studierenden und internationalen Gästen, um »ideologische Konstellationen« unserer Gegenwart zu diagnostizieren. Neben öffentlichen Vorträgen, die das Seminar begleiten, wird in der Folge ein umfassender Reader in der Schriftenreihe der KUB-Arena erscheinen.

Im Herbst 2012 wird Eva Birkenstock im Anschluss an einen Rechercheaufenthalt in Nairobi, Kenia, zusammen mit Johannes Hossfeld (Leiter des Goethe-Instituts in Nairobi) sowie lokalen KulturproduzentInnen Einblicke in die Kunst- und Kulturszene einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Ostafrikas geben. Gemeinsam wird versucht, die Kunst- und Kulturszene Nairobis anhand von künstlerischen Arbeiten, Vorträgen und Filmen vorzustellen.

Es ist ein grundsätzliches Anliegen der KUB-Arena, spontaner und flexibler auf aktuelle Kunstdiskurse zu reagieren, als dies mit den großen, repräsentativen und auf lange Zeit geplanten Ausstellungen möglich ist. Darüber hinaus werden in der KUB-Arena Ausstellungs- und Vermittlungsformate erprobt, die gerade aufgrund ihres experimentellen Charakters auch immer wieder neue Wege einschlagen.

 
 
   
YVONNE RAINER
Raum, Körper, Sprache
04 | 02 - 09 | 04 | 2012

   
   
KUB Arena
Bleibender Wert?
Kooperation ›springerin‹

04 | 02 - 09 | 04 | 2012
 
   
 
 
   
DANH VÕ
Vô Danh

21 | 04 - 24 | 06 | 2012

   
   
KUB Arena
Ulrike Müller
Herstory Inventory:
100 feministische
Zeichnungen von
100 KünstlerInnen
21 | 04 - 24 | 06 | 2012
 
   
 
 
   
ED RUSCHA
07 | 07 - 14 | 10 | 2012

   
   
KUB Arena
Sommerakademie:
Kunst und Ideologiekritik
nach 1989

07 | 07 - 14 | 10 | 2012
 
   
 
 
 
FLORIAN PUMHÖSL
26 | 10 | 2012 - 20 | 01 | 2013

 
 
KUB Arena
Kooperation Goethe-Institut
Nairobi

26 | 10 | 2012 - 20 | 01 | 2013
 
 
 
 
 
KUB Projekt.
ANTONY GORMLEY

Horizon Field
August 2010 bis April 2012

 
 
 
KUB Billboards 2012




         
 

YVONNE RAINER
23 | 01 - 09 | 04 | 2012

DANH VÕ
10 | 04 - 24 | 06 | 2012

ED RUSCHA
25 | 06 - 14 | 10 | 2012

FLORIAN PUMHÖSL
15 | 10 | 2012 - 20 | 01 | 2013




Seit der Eröffnung des Kunsthaus Bregenz 1997 werden kontinuierlich nationale und internationale Künstler eingeladen, für die sieben je 342 x 342 cm großen KUB-Billboards entlang der Seestraße in Bregenz Kunstprojekte speziell für diesen Standort zu entwickeln. Aufgrund der besonderen Lage an der meistbefahrenen, vom Bahnhof zum Kunsthaus führenden Straße durch das Stadtzentrum zählen die Billboards in Bregenz zu den markantesten und am intensivsten besprochenen künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum.

Für das Kunsthaus Bregenz und die beteiligten Künstler bilden die KUB-Billboards ein wesentliches Instrument zur Information und Kommunikation mit einem breiten Publikum. Die Billboards erreichen auch Menschen, die den Weg in die Institution Kunsthaus scheuen oder nicht finden, und eröffnen eine Diskussionsplattform über zeitgenössische Kunst und aktuelle Themen. Immer wieder führten und führen die Inhalte der Billboards zu positiven, aber auch kontroversen Reaktionen in Leserbriefen in der lokalen Presse, in Telefonanrufen und Internetforen sowie in öffentlichen Rundfunkdebatten und Diskussionsrunden im Kunsthaus selbst.

Das Programm der KUB-Billboards wird 2012 von den KünstlerInnen der Ausstellungen im Kunsthaus Bregenz gestaltet, die damit ihr Werk auch im Außenraum kommunizieren: Yvonne Rainer, Danh Vo, Ed Ruscha, Florian Pumhösl.