Während anfänglich für die 2003 etablierte KUB-Arena eigene
Projekte entwickelt wurden, diente sie in der Folgezeit zumeist
lediglich als erweiterte Ausstellungsfläche für die regulären Einzelausstellungen des Hauses. Seit dem Sommer 2010 wird die Arena
jedoch für ein eigenständiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm
genutzt, welches über den Bereich der bildenden Kunst
hinaus stets auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Kulturproduktion befragt.
Nach der erfolgreichen Kooperation bei Living Archives mit
dem Van Abbemuseum zu Beginn des Jahres 2011, den anschließenden Präsentationen Yona Friedman & Eckhard Schulze-Fielitz und Anfang gut. Alles gut. sowie der Vorstellung der Produktion Hate Radio zum Abschluss 2011 werden auch im kommenden Jahr
vier interdisziplinäre Projekte eigens für das Erdgeschoss des
Kunsthaus Bregenz entwickelt.
Auftakt der Ausstellungslaufzeit 2012 bildet eine Kooperation mit
der springerin – Hefte für Gegenwartskunst, einem der wichtigsten
Kunstmagazine Österreichs. Entlang der Produktion der Frühjahrsausgabe 2012 zum Thema Bleibender Wert? wird eine projektorientierte Präsentation im Erdgeschoss des Kunsthaus Bregenz
konzipiert. Darüber hinaus geht die Zusammenarbeit von springerin und KUB-Arena der Frage nach, welche spezifischen Räume jeweils
erzeugt werden und wie diese genutzt werden.
Für das zweite Projekt der KUB-Arena 2012 ist die aus Vorarlberg stammende, mittlerweile in New York lebende Künstlerin Ulrike Müller eingeladen, eine Präsentation für das Erdgeschoss zu entwickeln, bevor im Anschluss im Rahmen einer Sommerakademie gefragt wird, was Kunst und Ideologiekritik nach 1989 sein kann. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien gestalten Eva Birkenstock und Max Jorge Hinderer ein Sommerseminar mit Studierenden und internationalen Gästen, um »ideologische Konstellationen« unserer Gegenwart zu diagnostizieren. Neben öffentlichen Vorträgen, die das Seminar begleiten, wird in der Folge ein umfassender Reader in der Schriftenreihe der KUB-Arena erscheinen.
Im Herbst 2012 wird Eva Birkenstock im Anschluss an einen Rechercheaufenthalt in Nairobi, Kenia, zusammen mit Johannes Hossfeld (Leiter des Goethe-Instituts in Nairobi) sowie lokalen KulturproduzentInnen Einblicke in die Kunst- und Kulturszene einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Ostafrikas geben. Gemeinsam wird versucht, die Kunst- und Kulturszene Nairobis anhand von künstlerischen Arbeiten, Vorträgen und Filmen vorzustellen.
Es ist ein grundsätzliches Anliegen der KUB-Arena, spontaner und flexibler auf aktuelle Kunstdiskurse zu reagieren, als dies mit den großen, repräsentativen und auf lange Zeit geplanten Ausstellungen möglich ist. Darüber hinaus werden in der KUB-Arena Ausstellungs- und Vermittlungsformate erprobt, die gerade aufgrund ihres experimentellen Charakters auch immer wieder neue Wege einschlagen. |