| Mit diesen Randbedingungen
und Garantiewerten wurde die Planung auf den nachfolgenden Grundsätzen
zeitgemässer Klimatechnik aufgebaut:
1. Aktive Massenkopplung und Bauteilheizung/Bauteilkühlung:
Nicht die Luft, sondern die Gebäudemasse wird thermisch kontrolliert
und sorgt für das gewünschte Raumklima.
 Sehr
gute Isolation sorgt für die Abkoppelung von Außeneinflüssen
Zirkulierendes Heiz- und Kühlwasser kontrolliert die Temperatur
der Gebäudemasse
2. Grundlüftung und Raumkopplung:
Mit der Luft wird nur noch gelüftet. In Spitzenlastfällen wird auch
die im Gebäude vorhandene, unverbrauchte Luft als thermikgetriebene,
natürliche Lüftung mit berücksichtigt. Be- und Entfeuchtung beschränken
sich auf den minimierten Aussenluftstrom.

Grundlüftung (klimatisiert): 750 m3/h und Geschoss.
3. Störquellenabkopplung:
Die Ausstellungsräume mit ihren lichterfüllten Deckenräumen werden
als Zwei-Zonen-Modelle aufgefasst. In den oberen Zonen sind die
stärker störenden, trockenen Wärmequellen des Tages- und des Kunstlichtes
wirksam. In den unteren, klimatechnisch sensiblen Zonen sind die
weniger problematischen Wärmequellen der Besucher gut kontrollierbar.
Menschen haben die praktische Eigenschaft, die Luft nicht nur aufzuwärmen
und damit zu trocknen, sondern auch zu befeuchten: Sie stören die
relative Raumluftfeuchte kaum.
4. Massenkopplung und Erdkopplung:
Während auf diesen ersten drei Prinzipien das "downsizing"
der herkömmlichen Klimatechnik beruht, konnten wir beim vierten
Prinzip, der Erdkopplung, vom Standortvorteil des Bregenzer Kunsthauses
Gebrauch machen: Die bautechnisch bedingte Schlitzwand rund um die
Kellergeschosse steht 25 m tief auf solidem Fels. Sie wird von Grundwasser
umströmt, das vom nahe gelegenen Pfänder in den Bodensee fliesst.
Die regionale Baukultur nützt diese Eigenheit seit Jahrzehnten als
Wärmequelle für Wärmepumpen. Schlitzwände und Gründungspfähle werden
mit wasserführenden Kunststoffrohren belegt und dienen so der umweltfreundlichen,
erneuerbaren Energiegewinnung. Das Kunsthaus nützt sie zur Kühlung.

Kühlkreis mit Erdkopplung, Heizkreis mit Gaskessel
Das Gebäude bietet mit seiner doppelschichtigen Verglasung, seinem
flexiblen, äusseren Sonnenschutz und seiner sehr guten Aussenisolation
die besten Voraussetzungen für das Klimakonzept der Zukunft: Gebäude
dieser Art müssen praktisch nicht mehr geheizt, dafür aber mehr
oder weniger ganzjährig gekühlt werden. Dies erfolgt allerdings
nicht mehr mit gekühlter Luft und mit 6-grädigem Wasser aus einer
Kältemaschine, sondern mit Bauteilkühlung und mit fast raumwarmem
Wasser, das in der Schlitzwand seine natürliche Kühlung findet.
Detail als schematisierter Schnitt durch die Raumecken
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