Kunsthaus Bregenz
Florentina Holzinger
11 | 07 | 2026
Pressekonferenz mit Florentina Holzinger
Donnerstag, 9. Juli 2026, 13 Uhr
Florentina Holzinger
Bodensee Étude
Samstag, 11. Juli 2026, 18 Uhr Sunset Stufen am Molo Bregenz
Die Étude findet einmalig statt. Dauer: ca. 40 Minuten
Bei schlechten Witterungsverhältnissen kann sich der Beginn bis 20 Uhr verschieben.
Der Veranstaltungsbereich ist öffentlich zugänglich, vorbehaltlich Kapazität.
Keine Ticketreservierung möglich
Eintritt frei
SEAWORLD VENICE, Florentina Holzingers Beitrag für den Österreichischen Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig, findet am 11. Juli 2026 eine einmalige Resonanz in Bregenz: als Komposition für vier Schlagzeuger*innen, zehn Performer*innen, einen Kran und eine Glocke. Holzingers Études sind einmalige, ortsspezifische Performances, in denen sie die Themen und Elemente für ihre großangelegten Inszenierungen vorbereitet und entfaltet. Die Bodensee Étude für Bregenz lädt das Publikum ein, ein zeitgenössisches Ritual am Ufer des Bodensees mitzuerleben.
Körper und Objekte tauchen ins Wasser ein und steigen transformiert wieder daraus empor. Von Trommelklängen begleitet formen sie eine frei hängende Struktur, ein „Windspiel auf Steroiden“. In der Bodensee Étude nutzt Florentina Holzinger Motive aus Volksmärchen, in denen meist weibliche Unterwasserwesen heute in einer nur scheinbar idyllischen Landschaft ihre Unterwasserwelt mit dem Müll teilen müssen, der unter der Wasseroberfläche verborgen liegt. In einem hybriden Ritus verleiht die Bodensee Étude Begriffen wie Sünde und Erlösung neue Bedeutung. Über, um und im Bodensee verbinden sich die Performer*innen mit ihrem technischen Equipment und schreiben sich in die bereits künstlich veränderte Natur ein.
Die Bodensee Étude wurde speziell für das Kunsthaus Bregenz und die komplexe Ökologie des Bodensees entwickelt. Dabei bündelt sie zentrale Elemente aus Florentina Holzingers Praxis: Die Orchestrierung performativer Bilder eines durch Technologie und Begehren untermauerten Feminismus, maschinelle Elemente und körperliche Leistungsfähigkeit beschwören neue Mythen aus der Stille des Wassers.
Florentina Holzinger (*1986, Wien) arbeitet spartenübergreifend und hat umfangreiche, viel diskutierte und mehrfach ausgezeichnete Theaterproduktionen realisiert. Zu ihren jüngsten Bühnenproduktionen zählen A Year Without Summer, 2025, ihr erstes Opernprojekt SANCTA, 2024, Ophelia’s Got Talent, 2022, A Divine Comedy, 2021, Étude for an Emergency, 2020, sowie ihr vielfach aufgeführtes Werk TANZ, 2019. Seit 2020 ist sie assoziierte Künstlerin der Volksbühne Berlin. Mit den Études – einmaligen Performances im öffentlichen Raum — hat Holzinger ihre Praxis schrittweise der bildenden Kunst geöffnet. Seit 2020 wurden ihre Études unter anderem im Schinkel Pavillon Berlin und in der Bergen Kunsthall präsentiert. 2026 wird sie Österreich bei der 61. Biennale in Venedig vertreten. Florentina Holzinger studierte Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam.